[Chopper] Kilometer 39/1: Neuteile-Schlacht deluxe

Die Verzögerung der vorderen Scheibenbremse an der Chopper ist absolut unterirdisch. Dafür kann die Bremse aber zwei Dinge richtig gut: Schleifen und Quietschen – für mich absolut inakzeptabel. Ich hatte schon länger mit der großen Rollerbrake (BR-IM86F) von Shimano geliebäugelt…

Eigentlich wollte ich das Ganze mit einem Nabendynamo kombinieren, der keine Bremskraftmodulation (soll verhindern, das man bei einer Vollbremsung über den Lenker geht – ist aber bei der Chopper wegen dem Radstand absolut kein Thema) hat.

Die Bremse ohne den passenden Nabendynamo liegt normalerweise im Bereich von 30-40 €. Im eBay konnte ich nun ein komplettes neues Vorderrad inkl. der großen Rollerbrake für 39 € abgreifen.

Nachteil: Die verbaute Nabe hat die Bremskraftmodulation, da ich aber eh über kurz oder lang auf einen Nabendynamo ohne Modulation umrüsten will, tut es so fürs Erste.

Damit sich die ganze Aktion auch lohnt, habe ich die in den letzten Wochen erbeuteten Sachen für die Chopper in einer regelrechten Neuteile-Schlacht montiert:

Hier die Rollerbrake in einer Nahaufnahme:

Prinzipiell funktioniert diese Bremsenart nach dem Prinzip wie eine Rücktrittbremse. Mehrere Rollen werden mechanisch gegen einen Bremsmantel gedrückt. Großer Vorteil des Bremsentyps ist, da sie nahezu wartungsfrei und vor allem witterungsunabhängig funktioniert.
Die vermeintliche „Bremsscheibe“ ist zuständig für die Wärmeabfuhr der Bremse, was gerade bei längeren Bergabfahrten nötig ist.

Eine isolierte Lenkertasche mit 2 Fächern. Groß genug für Ersatzschlauch, Bordwerkzeug, Handy, Schlüssel und ein bisschen Klimpergeld. Ich will nicht das klassische „Tretharley“-Klischee bedienen und eine Werkzeugrolle aus Leder verbauen. Ausserdem passt die Tasche mit den Farben schwarz und rot wunderbar ins künftige Farbkonzept…

…wie auch die neuen Lenkergriffe. Mein Favorit waren eigentlich die Vorgänger dieser Griffe. Die sind mehr schwarz als rot und klassische Griffe, die noch auf den Lenker aufgezogen werden müssen. Die gezeigten Ritchey True Grip 7 sind nun aber sogenannte Lock On-Griffe. Der eigentliche (Gummi-)Griff sitzt auf einer Kunststoffröhre, die über eine Bügelsystem auf dem Lenker fixiert wird.

Der einzigste Shop der meine ursprünglich gewünschten Griffe liefern konnte hat mir fälschlicherweise die (fast doppelt so teuren) Nachfolger geschickt. Auf meine Nachfrage bot man mir an, das ich die „Falschen“ zum Preis der ursprünglich Gewünschten behalten kann, da die eigentlichen vergriffen und nicht mehr lieferbar sind.

Ein gutes Geschäft ohne Frage, wenn auch die Griffe mir eigentlich zu rot sind.

Neue Bremshebel sind auch im Spiel – natürlich keine Standardware. Die Gezeigten kann man im gezogenen Zustand über den Druckknopf aretieren. So kann das Fahrrad am Berg sicher abstellt werden und beim Transport auf einem Fahrradträger bringt die blockierte Bremse zusätzliche Einiges an Standsicherheit.

Eine wenig benutzte Radlaufglocke hergestellt von der Reich GmbH. In den späten 60er frühen 70er Jahren kamen diese „Sturmglocken“ auf und wurden lange Jahre produziert.

Über den Hebel wird die eigentliche Glocke in Richtung Reifen geschwenkt, das Antriebsrad dreht sich und die darunter liegende Glocke erklingt. Der Gag daran: je schneller man fährt desto lauter bzw. schriller ist sie.
Da ich in den 90ern an meinem Zeitungsausträger- & Schulfahrrad eine solche Glocke bereits hatte, wollte ich unbedingt eine auch für die Chopper haben. Dieser Typ Fahrradglocken wird zwar heute noch produziert, allerdings ist die Qualität unterirdisch schlecht. Die hier Gezeigte hat auf dem Antriebsrad die Kennung „W.-Germany“ stehen, ist also vor Oktober 1990 gefertigt worden und funktioniert hervorragend.

Also frisch ans Werk: Chopper auf den Montageständer gepackt, die alten Griffe, Bremshebel und den Bremssattel der Scheibenbremse demontiert.

Hier gibts jetzt zwei Dinge auf einmal zu sehen:

Einerseits das alte Rad und ich habe probeweise mal das Schutzblech anders montiert, damit das vordere Ende mehr Richtung „12 Uhr“ kommt. Meiner Meinung nach sieht das um Längen besser aus ist aber so ohne, da die Gabel nach vorne keine durchgehende Öffnung hat sondern zwei Bohrungen an denen sich die Lasche nicht so einfach befestigen lassen. Ausserdem müssten auch die unteren Streben gekürzt werden.

Abgespeichert und fürs Erste vertagt, also alles wieder zurück. Mantel und Schlauch auf die neue Felge montiert und eingebaut.

Sieht gleich ganz anders aus.

Die Bremse ist für die IS2000-Scheibenbremsenaufnahme ausgelegt. Also Gegenhalter und Bremszug montiert. Sparsamer Schwabe der ich bin, habe ich den völlig intakten Zug der Scheibenbremse weiterverwendet 😉

Die Radlaufglocke habe ich dann noch montiert. Geplant war eigentlich den originalen Blechhebel mit dem zweiten Bremshebel zu ersetzten. Ich hatte allerdings keinen Schraubnippel mehr übrig, somit wird der eigentliche Plan zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt.

Da der vorhandene Zug der Radlaufglocke für „normale“ Fahrräder ausgelegt ist, ist er natürlich etwas zu kurz für den Lenker der Chopper, weswegen er nun etwas doof am Lenker sitzt.

Dann eine kurze Probefahrt gemacht. Die Bremse hat wegen der Bremskraftmodulation der Vorderradnabe natürlich keinen richtigen Biss, aber das geplante Ziel ist erreicht:

Es schleift und quietscht nicht mehr beim Bremsen und die Bremsleistung ist etwas besser geworden. Die Optik hat sich in die richtige Richtung entwickelt – das Hinterrad wird dann die nächste Baustelle werden.

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