[el Blanco] Tag 1: Blick in den Spiegel?

Nein, ihr habt nicht ein Bier zuviel gehabt – auch mit eurer Brille (sofern vorhanden) ist alles in Ordnung. El Blanco hat einen Zwilling (eigentlich eher einen Schlachter) bekommen. Es handelt sich um ein 1987er Giant Sierra wie es auch el Blanco ist, allerdings sind einige Sachen wie Lenker, Sattel und die komplette Bremsanlage umgebaut worden.

Aber was mich mordsmäßig freut, ist die Tatsache, das viele Teile am „Schlachter“ vorhanden sind, die bei el Blanco fehlen. Wie z.B. das Shimano 531 Schaltwerk oder das 6-fach Ritzelpaket aus der vor Hyperglide-Zeit also noch ohne Steighilfen die den Schaltkomfort steigern.

Wie man sich denken kann, ist die Nabe auch noch die Originale, das es das Ritzelpaket ja auch ist.

Interessant ist das im Gegensatz zum el Blanco hier auf den Naben der Joytech-Schriftzug drauf ist. Anzeichen dafür, das es sich beim Schlachter um einen der letzten Sierras handeln könnte.

Auch die Felgen sind noch die Originalen. Allerdings sind sie mit Araya gepunzt. Das Maß und das Profil der Felgen ist aber mit der Femco (die lt. Prospekt auch verbaut sein sollten) identisch. Denkbar das die Felgen der höherwertigen Modelle Escaper und Super Sierra verwendet wurden, weil die Femco vergriffen waren.

Besonders froh bin ich über die intakten Schalthebel. Ich habe dieses Modell sonst noch nirgends im guten Zustand gesehen und ja Sie funktionieren wie der Rest sehr gut.

Eine kurze Probefahrt zeigte keine große Schwächen. Durch den anderen Sattel und Lenker sowie die viel „schärferen“ V-Brakes fährt sich das ganze schon deutlich moderner als „1987“ aber darum geht es (noch) nicht. Etwas knarzt ein wenig aus der Tretlagergegend. Ich habe die Pedale in Verdacht, von denen eines auch Spiel hat.
Das Tretlager selber scheint noch das Originale zu sein und hat im Gegensatz zu dem am el Blanco verbauten kein Spiel.

Der Abschuss: Die Sattelstütze des Schlachters ist im Gegensatz zu der im el Blanco Verbauten scheinbar die Originale von 1987. Auf einem Bild aus dem Prospekt konnte ich dieses Symbol mit dem stilisierten Berg ausmachen. Zwar bei einem anderen Rad, aber der Hersteller (DP) ist laut der tabellarischen Übersicht derselbe. Das gute Stück war etwas festkorrodiert, lies sich aber mit ein bischen WD40 und normalem Kraftaufwand wieder zur Beweglichkeit überreden.

Interessant sind die Mods, die dem Schlachter über die Jahre passiert sind. Neben einigen rot eloxierten Aluminium-Schrauben und dem ausgetauschten Sattelschnellspanner ist der Austausch der Bremsanlage nebst Bremsgriffe gegen V-Brakes aus dem Hause Vanguard eines der auffälligsten Details.

Die Sakae-Kurbel war irgendwann wohl defekt… der Ersatz ist ein Kurbelsatz einer Shimano Altus C10. Nicht hübsch aber funktioniell.

Beim nächsten Mal werden die fehlenden „Brocken“ vom Schlachter an den el Blanco wandern, um zu sehen wie sich ein 30-jähriges MTB sich so fährt.

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