Heute vor 20 Jahren – Makrochips erstes Handy

Wenn man schon ein paar Dekaden auf dem Buckel hat, mag das gewiss einige Nachteile mit sich bringen, allerdings hat es auch den ein oder anderen Vorteil.
Einer davon ist, das man der Jugend aus erster Hand erzählen kann, wo die für sie alltäglichen Dinge herkommen bzw. wo die Anfänge lagen.

Spulen wir mal das VHS-Tape mit der Aufschrift „Das Leben des jungen Makrochip“ mal zurück – sagen wir mal ziemlich genau 20 Jahre.

Im Dezember 1998 hatte ich meinen ersten Job in der Programmierung in Aussicht. Und da die künftigen 40 km Arbeitsweg durch für den damaligen Horizont dünn besiedeltes Gebiet führten (ich kannte ja den Odenwald damals noch nicht :-D), war klar das es an der Zeit ist, ein Handy anzuschaffen.

Im Gegensatz zu heute hatten damals sowas hauptsächlich Leute die geschäftlich viel unterwegs waren oder solche die meinten wichtig zu sein. Um der Kostenfalle, die ein Vertragshandy mit sich bringt, aus dem Weg zu gehen, wurde es ein damals noch recht unbekanntes System das sich PrePaid nannte.

Letztendlich wurde beim örtlichen Handyshop ein TellyD1-Xtra-Paket mit einem Philips Diga und 50 DM Guthaben für 330 DM gekauft (witzigerweise habe ich genau das gleiche Set in eBay Kleinanzeigen gefunden woher ich die Bilder für diesen Blogeintrag habe).

Das Philips Diga war ein normales Einsteigerhandy ohne großen Schnick-Schnack. Das Display war nur einzeilig und selbstverständlich monochrom. Die Karte die ins Handy kam, war noch eine echte Karte im EC-Kartenformat ohne ausgestanzten Chip (das kam erst mit Handys wie dem Nokia 5110 auf).

 

 

Der Witz war, als ob die 330 DM nicht genug waren – nein – man musste sich verpflichten für 1 Jahr jeden Monat 25 DM aufzuladen. Das Ganze wurde dann per Lastschrifteinzug gemacht damit man sich nicht darum drücken kann… Mit heutigen Masstäben eine Stange Geld aber angesichts der Verbindungspreise die damals aufgerufen wurden legitim:

Hauptzeit (Mo-Fr 8-18 Uhr): 1.99 DM/Minute (ca. 1,02 €), SMS 0,99 DM (ca. 0,51 €)

Nebenzeit: 1,69 DM/Minute (ca. 0,86 €), SMS 0,69 DM (ca. 0,35 €)

Bei den Preisen war FDK („Fasse Dich kurz!“) angesagt und man wich (soweit es ging) immer aufs Festnetz aus und nutzte die günstigen Vor-Vorwahlen (Flatrates gab es damals noch nicht).

Wenn ich mit 20 Jahren Abstand nun mein (recht aktuelles) Smartphone anschaue, ist es schon erstaunlich, was sich allein in diesem Bereich getan hat.
Die Geräte haben sich von der mobilen „Telephonzelle“ zum digitalen Alleskönner gemausert. Heute ersetzt das Handy neben dem Telephon auch die Photo- und Videokamera, die Taschenlampe, das Notizbuch, den Kalender, und in vielen Belangen auch den PC, den immer mehr Leute heutzutage nicht mehr besitzen.

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