Vorstellung Kettler Traveller Unlimited


Datenblatt:

Hersteller: Kettler
Modellname: Traveller Unlimited
Typ: Trekkingrad
Spitzname: Traveller
Rahmenmaterial: Aluminium
Baujahr: vermutlich 1994
UVP: unbekannt
Kaufpreis:
70 €
Kaufdatum: 15.04.2017
Rahmenhöhe:
59 cm
Schaltungsart:
21 Gang-Kettenschaltung / Shimano STX/Deore LX-Mix
Schalthebel:
Trigger / Shimano Deore LX ’94
Bremse hinten: U-Brake / Point
Bremse vorne: Cantilever / Shimano Deore LX ’94
Gewicht: ?? kg
Besonderheiten: komplette STVO-Ausrüstung, in „Wagenfarbe“ lackierte Metallschutzbleche, U-Brake, Ersatzspeichenhalter

Trekkingräder waren mir früher immer suspekt. Viel zu große und schmale Räder, recht hohes Gewicht und den Touch von „sowas fahren nur alte Leute“ – kurzum ein absolutes No-Go.

Meine Einstellung änderte sich schlagartig als mir im Januar 2017 das erste Mal bewusst ein Kettler Traveller Unlimited im eBay „über den Weg lief“.

Dieses Mausgraumetallic in Verbindung mit knallroten Anbauteilen und Details, die man im Bereich Auto als Vollausstattung bezeichnen würde, hatten es mir angetan. In der Optik wurden nach meinem Wissens drei versch. Versionen des Traveller Unlimited gebaut, die sich nur in der Zusammenstellung der Schaltungskomponenten unterscheiden. Das nun Gezeigte ist mit seinem STX/LX-Mix das Einsteigermodell gewesen. Wobei man von Kettler auch hier deutlich im vierstelligen DM-Bereich zur Kasse gebeten wurde.

Das Gütesiegel „Made in Germany“ in Verbindung mit den vielen kettlerspezifischen Details schlägt sich natürlich in den Gebrauchtpreisen für die Räder nieder. Ich hab baugleiche Traveller mit heftigstem Wartungstau und einigen Fehlteilen für deutlich über 100 € weggehen sehen – zu teuer für mich alten Schäppchenjäger, aber nach einiger Zeit konnte ich dann doch im April zuschlagen. Einzig die Bremsbeläge vorne und hinten mussten ausgetauscht werden und die Lager der Naben wurden gereinigt und neu gefettet.

 

Nun denn – ans Gerät! Was als Erstes auffällt sind die Metallschutzbleche die in Rahmenfarbe lackiert sind.

Kettler war der erste Volumenhersteller der 1978 begann Fahrräder mit Aluminium-Rahmen zu bauen. Meines Wissens bis Anfang der 2000er Jahre trugen alle entsprechenden Rahmen das öffentlich zur Schau.

allein schon bei den Decals wurde einiges an Detailverliebtheit demonstriert

Anfang Mitte der 90er der Stand der Dinge: Bullhornlenker mit Shimano Brems-/Schaltkombination mit „Mäusekino“-Ganganzeige, serienmässiger Klingel und sogar an eine Abdeckkappe für den Inbus der Vorbaubefestigung wurde gedacht (könnte ja Regenwasser drin stehen bleiben 😉 )

Ein Alleinstellungsmerkmal bei Kettler: Die U-Brake. Dieses zu Cantilever-Bremsen inkompatible System das Mitte der 80er aus dem BMX-Bereich auf die MTB-Szene übersprang hatte nur ein kurze Blütezeit von ca. 1988-1991 und verschwand danach wieder. Zu empfindlich gegen Schlamm – zu fummelig in der Wartung. Kettler hielt aus unerklärlichen Gründen daran fest. Auch als die großen Komponenten Hersteller wie Shimano die Produktion der U-Brakes einstellten. Mitte der 90er hatte anscheinend nur noch der Low-Price-Zulieferer Point diesen Bremsentyp in Produktion, weswegen kein großer Namen an meiner Hinterbremse steht. Der Funktion tut das allerdings kein Abbruch. Der auf der Kettenstrebe verschraubte Shark Fin hat auf der Radinnenseite Halter für Ersatzspeichen (!!)

die Tragfähigkeit des Gepäckträgers ist mit 18 kg angeben. Und im Gegensatz zu manch anderen Exemplaren mit phantasiereichen Tragfähigkeitsangaben glaubt man es dem aus Alurohren gebogenen Träger.

auch ein kettlertypisches Detail. Das im Gepäckträger intergrierte Staufach (konnte bis dato noch nicht rausfinden ob das ab Werk auch gefüllt war)

die Öffnung ist nicht besonders groß und der Innenraum ist recht zerklüftet. Aber für mein Nokia 5140 und nen ein bisschen Papiergeld reicht es.

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