„Was dem Bettler das Brot, ist dem Makrochip das Rot!“ oder „LED Umbau Teil 1“

Da mir das serienmässige „Piss“-Gelb der Instrumenten- und Schalterbeleuchtung langsam aber sicher auf den Zeiger geht, habe ich mich mal wieder ein wenig mit LEDs gebastelt.

Diesmal aber keine Übertreibereien (sehr untypisch für mich ), wie bei dem Tacho (mit DZM) den ich damals für meinen Ascona C gemacht habe, der mit 36 verbauten 5 mm LEDs das Maximum ausreizte, was den Platz im Gehäuse und die Belastbarkeit des Fahrers (O-Ton Fiero-Girl als sie den Tacho das erste Mal bei Nacht sah „Da kriegst Du ja nen Blutrausch!“) anbetraf…

Ich möchte von der Helligkeit nicht arg über die Orginalbeleuchtung hinausschiessen, was recht einfach ist… 12 LEDs dürften ausreichen, um ne ähnlich helle Beleuchtung zu erreichen, wie sie im Orginal mit den 2 großen Glühlampen ist.

Bei der gleichmässigen Ausleuchtung wird es da schon schwieriger, da beim Corsa A die Taschoscheiben noch aus Stahlblech sind und somit nicht über Durchleuchttechnik verfügen wie z.B. der Kadett E/Ascona C und alles was danach kam…

Erstmal nen Corsa A-Tacho in vernünftigen Zustand aus dem Fundus geholt und zerlegen:

Zuerst das Teil aufs „Gesicht“ legen und alle Lampenfassungen durch drehen lösen und entfernen….

dann mit einer 8 mm Nuß die Mini-Muttern lösen und zusammen mit den Unterlegscheiben beiseite legen…

die 2 Schrauben am Tacho noch lösen aber nicht los schrauben

Dann kommt die Paradedisziplin beim Zerlegen dieses Corsa A-Tachos: Der Tacho ist wie das Auto drumherum recht simpel gefertig. Im Gegensatz zu anderen Tachos ist die Frontblende nur mit großen Laschen fixiert die man vorsichtigst anheben muß, um die Frontblende abnehmen zu können ohne das bleibende Schäden entstehen.

Da wir es mit mindestens 19 Jahre altem Plastik zu tun haben (die letzten A-Corsas kamen anno 1993 auf den Markt) , hört sich das einfacher an als es tatsächlich ist.

Wenn die Laschen gelöst sind, kann man die Frontblende schräg nach oben die Frontblende abnehmen und hat Einblick in das Innere des Gehäuses:

die Kühlwassertemperaturanzeigen und die Tankuhr lassen sich recht einfach nach oben herausnehmen. Beim Tacho, die zwei bereits gelösten Schrauben heraus drehen und allesamt auf die Seite legen… Nun haben wir das leere Gehäuse vor uns liegen…

Da ist nicht besonders viel Platz drin aber der Mensch wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben…

Zu allererst das Rohmaterial gesichtet…. klare rote LEDs mit Vorwiderständen für 12 V…

LEDs haben im Gegensatz zu Glühlampen eine Polung. Deswegen sollte man darauf achten das man den Vorwiderstand an das (gekürzte) lange Bein anlötet, da das der +Pol ist.

Beide Lötstellen vorher verzinnen (erspart der LED den Hitzetod durch minutenlanges Rumbraten bis das Flussmittel des Lötzinns zieht) und unter Zugabe von ein bisschen Lötzinn auf der Lötspitze des Lötkolbens miteinander verlöten.

Da meine Löthilfe mit Lupe den Umzug in den Odenwald nicht unbeschadet überstanden hat, und die Neue zwar schon bestellt, aber noch nicht da ist, muß ich nun improvsieren. Mit einer Plastikwäscheklammer lässt sich die LED gut fixieren und man kann mit einer Zange geführt den Widerstand anhalten und verlöten.

…und im TV läuft der Schutzpatron der Bastler und Tüftler : MacGyver Witzig was das Leben für Zufälle bereit hällt…

nun erstmal 12 LEDs vorgelötet und nach der 3. oder 4. saßen die Handgriffe auch wieder und das Tempo wurde schneller…

Nun heist es die LEDs diffus machen (manche sagen auch satinieren dazu) bis dato habe ich das immer in mühevoller Handarbeit mit Schleifpapier gemacht, aber eine Wiederentdeckung in meinem Fundus sollte mir das ganze erleichtern:

Ein orginal Proxon Dremel der fast so alt wie die Wanderdüne ist, da er noch das alte Gehäuse in freundlichem Förstergrün/Dünnpfiffbraun und das externe Netzteil hat. Auf der Betriebsanleitung sind schon 5-stellige Postleitzahlen drauf dürfte also Anfang/Mitte 1993 produziert worden sein, da zu dem Zeitpunkt die BRD auf die „grossen“ Postleitzahlen umgestellt hat.

Lustiges Feature des Dremel-Sets, ist ein Mini-Bohrtisch, mit dem der Dremel zur Mini Standbohrmaschine mutiert

Mit dem Dremel und dem Schleifscheibenvorsatz ist so eine LED in ca. 20 Sekunden diffus gemacht und der runde Kopf flach geschliffen.

Aber wozu das Ganze?

LEDs haben im Gegensatz zu Glühlampen eine sehr geringen Lichtstreuwinkel, ergo sie sind hervorragend zur punktuellen, weit distanzierten und recht hellen Beleuchtung geeignet.

Bei nem Tachoumbau kommt es allerdings aber darauf an, möglichst gleichmässig verteilte Lichtquellen mit breitem Streuwinkel zu haben, die meist in einem beengten Gehäuse sitzen. Deswegen mache ich meine LEDs diffus und schleife die Köpfe ab…Hier mal 2 Bilder zum Vergeich: einmal eine „serienmäßige“ LED….

und nun die gleiche LED nach der Bearbeitung mit dem Dremel… man kann den veränderten Streuwinkel mit weichen Übergängen recht gut erkennen

Da ich ein Freund von Paralellschaltungen mit Einzelvorwiderständen bin, lege ich mir ein + und ein -„Leitung“ ins Gehäuse, Dazu nehme ich ein Käbelchen aus meiner Kabelkiste entferne die Isolierung komplett und zwirble es durch.

Nun geht es daran, den wenigen Platz im Gehäuse auszunutzen und sicherzustellen das keine Kurzschlüsse durch Metallteile der Instrumentenelemente (die später da ohne Problem wieder reinpassen sollen), entstehen…

also immer wieder Draht biegen Instrumente reinstecken, schauen obs passt und justieren justieren und justieren.

Nun wird der vorgebogene Draht stabilisiert und fürs Anlöten der LEDs vorbereitet. Dazu wird der gesamte Draht mit verzinnt, Somit lassen sich mit geringerer Aufheizzeit die LEDs verlöten und der Draht wird übelst starr und lässt sich nicht mehr so einfach verformen. das ganze noch für die + Leitung gemacht die erste LED eingelötet und Strom drauf.

Taddddaaaaa! Es werde Licht!

So das wärs fürs Erste… Fortsetzung folgt…

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