„Every day is a transformation
Every day is a new sensation
Alteration, modification
An incarnation, celebration
Every day is a new equation
Every day is a revelation
Information, Anticipation
Onto another destination“
Hilary Duff – „Metamorphisis“
Start für mich in einen 2-wöchigen Urlaub – Start für die Wanderdüne in die Metamorphose, an deren Ende mein geliebtes Kackfass in einem ganz anderen Gewand dastehen wird.
Im letzten Winter war schnell klar das die Endspitzen einen Hau weg haben. Verdächtiger Rostschimmer am Übergang der Kotflügel lies Schlimmes erahnen… Ein altes Sprichwort sagt „Ohne Fleis kein Preis“ und da ich nicht will, das kurz nach dem Lacken das neue Gewand durch Rostplacken versaut wird, sollte die Wanderdüne geschweisst werden. Da sind aber 3 Probleme, die das Ganze recht schwierig machen….
1. Ich habe in der Schörn keinen Strom liegen. Fiero-Girl und ich erzeugen unseren Strom mit einem 2,7 kw-Stromerzeuger, der für Flex, Bohrmaschine und Baustrahler ausreicht, aber lange nicht den Einschaltstrom liefert, den ein Schweissgerät beim Erzeugen des Lichtbogens benötigt (Hier ist völlig irrellevant ob Elektroden- oder Schutzgasschweisgerät – Kein aussreichender Strom – kein Lichtbogen).
2. Ich besitze kein Schweissgerät -Ich hatte in der Vergangenheit durch Hallenkollegen immer Zugriff auf ein Schweissgerät, leider sind diese Kontakte nicht mehr existent
3. Mein Geschick am Schweissgerät, ist mangels Praxis, gerade ausreichend für ne TüV-fähige Kleinreperatur, aber reichen bei Weitem nicht für komplizierte Schweissungen an tragenden Teilen, wie sie bei der Wanderdüne vermutlich anstehen.
Die Lösung: Ich suche mir jemand der
a) über ne Schrauber-Location mit „richtigem Strom“
b) über ein Schweißgerät und
c) über aussreichende Übung im Schweißen verfügt.Auf René ein Clubkamerad von den Baulands treffen die Punkte a,b & c zu, und da er nicht nur Clubkamerad sondern auch ein guter Freund ist, hat es nicht viel Überredungskunst gebraucht, das er sich bereit erklärte, mir zu helfen.
Nur vor der Kür steht bekanntlich die Pflicht… Makrochip im Kaufrausch… erstmal musste Blech her… da ich absolut nicht einschätzen konnte wieiviel Blech wir brauchen werden, hab ich bei der Häfner GmbH in der Daimlerstraße in Buchen, ganz romantisch ein „bischen“ Blech gekauft. Man kennt das ja von früher, wenn der Metzger sagte „Darfs ein bischen mehr sein ?“….in ner ähnlichen Situation höre ich mich ins Telefon sagen „Ja, so ein Quadratmeter Stahlblech müssten reichen!“ Obwohl ich ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen (3 dimensional) habe, habe ich ne leichte Schwäche im 2 Dimensionalen, ergo im Einschätzen von Flächen…. mein Gesicht als der freundliche Mitarbeiter die Blechtafel in die Hände drückte war bestimmt Gold wert . Aber um Hendrik wieder mal zu zitieren „Haben ist besser als brauchen“
Nächste Station war der OBI in Buchen… allerlei lustige Sachen fanden den Weg in meinen Wagen, Spachtelmasse, Japanspachteln, brauner Universal-Haftgrund, schwarzer Rostschutzlack, mehrere Lackierröllchen, 1 Zopfbürste und 3 Trennscheiben (1 mm Stärke) für die Flex. Am gestrigen Samstag wurde es ernst. Kurz vor René’s Schrauber-Studio erreichte mich allerdings ein Notruf von Fiero-Girl, der mich dann zur Umkehr zwang, sodass ich 45 min später erst bei René war… nach Genuss eines tiefschwarzen, dampfendem Bohnengetränkes (Manche Leute sagen auch Kaffee dazu) gings dann an die Arbeit.
Zu allererst gings ans Zerlegen…
Nachdem die Scheinwerfer draussen waren zeigte sich schon das erste Opelgold…
…allerdings sehr human… „Da ist noch Fleisch dran!“ Da gibts z.B. im Corsaforum schlimmere Bilder wo der Frontträger nur noch rudimentär vorhanden war
6 Schrauben später präsentiert sich die Front der Wanderdüne völlig nackt. Auf den ersten Blick fällt der extrem grosse (wenn auch nur oberflächliche) Rostbefall um die Abschleppöse herum auf. Aber alles nicht so dramatisch… die Spannung steigt…der fahrerseitige Kotflügel demonitert…
Der, ich nenne ihn mal Innenkotflügel (wobei das nicht ganz passt weil er nur den hintern Bereich vor Schmodder etc. schützt) ist aber gut dabei… hier wurde schon das faule Stück Blech herausgetrennt. Der Vorbesitzer hat hier gut die Hälfte (die rostige) neu eingeschweisst, allerdings sehr nachlässig lackiert/versiegelt. Auf der Rückseite ist ein kleines Loch Richtung Spritzwand das aber recht zivil ist.
Hier das Ganze entlackt und entrostet, und mit einem neuen Stück Blech versehen.
Hier das etwas überdimensionierte Blech, das das Loch in der Stehwand verschliesst…. das Loch ist gerade mal ein viertel so lang und ungefähr halb so hoch wie die Anschlussfläche an der Stehwand.
Dann noch ein Loch in der Frontmaske da aber recht unspektakülar mit einem kleinen Blech verschliesen lies. Vom Geschweissten habe ich leider kein Bild gemacht (Asche auf mein Haupt)
Auf der Beifahrerseite eine angenehme Überaschung: Absolut nix zu beanstanden ausser ein bissel (wirklich nur leichten) Flugrost, dem werde ich in den kommenden Tage auf den Pelz rücken. Sichtlich erleichtert, das die A-Säulen nichts weg haben, gings ans Frontblech beifahrerseitig…
Am Frontblech wurde der Bereich um die Abschleppöse erst mal „fertanisiert“ (=Behandlung mit Fertan Rostumwandler) Ein Loch fand sich noch unterhalb des Lochs woran der Kotflügel verschraubt wird.
Da René, der Ungeduldige lieber mit Spraydose lackt, als mit dem Pinsel hat er die geschweisste Stelle und das rostige rund um die Abschleppöse kurzerhand gesprayed… ich werd das die Woche noch mal freilegen und mit Grundierung und Rostschutzlack (natürlich mit dem Pinsel verarbeitet), das das auch länger als ein paar Monate hällt.
Ab nach hinten… da gabs eine Stelle am Übergang Radlauf-Stossstange dem ich nachgehen wollte…
Erstmal Stossstange raus und schauen wie schlimm es ist…
Ja, hier war Väterchen Rost, sehr fleissig… aber weitaus schlimmeres schon selbst gesehen….von den Ruinen die mancheiner im Corsaforum wieder aufgebaut hat, ganz zu Schweigen.
Auf der anderen Seite war es recht zivil…. ein bischen Endspitze und der Placken an der Kante…die Demontage des LPG-Anschlusses war aber recht lustig….drannlassen ging nicht weil sonst die Stossstange nicht abgenommen werden konnte…. das austretente LPG das noch in der Leitung zum Tank stand, kam uns entgegen. Und René war schon etwas ängstlich unterwegs… ich konnte ihn aber beruhigen
Ein kleiner Blick auf die offene gammelige Endspitze auf der Fahrerseite
Hier noch mal ausm Kofferraum heraus photographiert… das graue ist der Boden der Halle… das ist schon ein etwas grösseres Loch…
Und hier das Ganze dann wie es am Schluss aussah… das wird ein Spass geben das ganze zu versiegeln. Da das Ganze eh noch dran kommt, erspar ich euch das bei diesem Eintrag, genauso wie das Zusammenbauen des Autos…
Mission erfolgreich… Alle neuralgischen Stellen geschweisst… Als nächstes werde ich mich den Türen widmen, da gute Türen recht rar geworden sind, werde ich versuchen die Angegammelten zumindest für einige Zeit zu konservieren… seid gespannt ich bin extrem motiviert und habe ein Ziel: am 1.August fahre ich mit einem *wirdnochnichtverraten*-farbenen Corsa A zur Arbeit. „Hugh! Ich habe gesprochen!“